C.M. WittmannMalerin und Kunsthistorikerin

Der Themenkreis der Arbeiten der Künstlerin bewegt sich innerhalb der drei klassischen Gattungen der Malerei: Darstellungen von Menschen, Landschaften und Stillleben. Gemeinsamer Nenner aller Bilder sind ein lineares Gestaltungsschema, ein weitgehend getilgter Pinselstrich sowie der Einsatz starker Hell-Dunkelkontraste. Die zumeist in altmeisterlicher Malweise gegenständlich ausgeführten Arbeiten bewegen sich im spannungsvollen Widerspruch zwischen Realismus und Illusion.

Personae - Darstellungen von Personen treten bis etwa 2010 in einer Synthese aus ornamental aufgelöster Landschaft mit perspektivischer Tiefenwirkung und figurativen Elementen oder vollständigen Körpern in Erscheinung. Die Leiber binden sich in Ornamente und gelegentlich dissonant grelle Farbakkorde ein. Ein typisches Beispiel hiervon ist: „Weiblicher Rückenakt“, 2002, Öl auf Leinwand, 80x120cm. Darüber hinaus finden sich meist kleinformatige Bilder mit reduziertem Realitätsbezug, aber dennoch klar definierten, figurativen Partien in Kratztechnik. Ab 2010/11 werden die maltechnisch exakt ausgeführten Arbeiten in Form und Farbe klar realistisch formuliert. Sie präsentieren sich jedoch als zweidimensionale Fiktionen, die Themen der Gegenwart in bizarrer, oft verstörender Sichtweise illusionär herausstellen. So etwa: „Der Biohahn“ 2015,Öl auf Leinwand, 90x60cm, oder „Josef“ 2015, Öl auf Leinwand, 150x100cm.

Stillleben - Bis 2010 prägen dieses Teilgebiet des Werks der Künstlerin eine Vielzahl von mit ornamentierten Hintergründen verschmolzenen Blumenarrangements, neben im Bild fremd anmutenden Objekten. So zeigt etwa „Stillleben mit Calla“, 2000, Öl auf Leinwand, 60x50cm, eine auf groben Brettern positionierte Glasvase mit Callas neben einem, dem Blüten formgleichen Ei. Charakteristisch ist – wie in allen übrigen Arbeiten – das fortwährende Changieren zwischen Realem und Erfundenem. Analog zur Figuren- und Landschaftsmalerei finden sich auch bei den Stillleben bis 2010 Arbeiten, deren Gegenständlichkeit zugunsten von Farbe und Flächigkeit abnimmt. Die Stillleben ab 2010/11 zeichnen sich durch eine große Realistik im Wechsel mit gelegentlichem Einbringen von schriftlichen Botschaften, oder Zeichen bzw. Codes ins Bild aus, die den Betrachter zum Entschlüsseln anregen sollen, wie etwa in „Es, Stillleben mit Vase und Fisch“, 2014, Öl auf Leinwand, 100x70cm, oder „Peace“, 2016, Öl auf Leinwand, 60x90cm.

Landschaft - Landschaftsbilder manifestieren sich ca. bis 2010 in kräftigen Farben, meist in Kratztechnik auf Karton ausgeführt. Werke wie „Südsteirische Landschaft“, 2007, Öl auf Karton, 50x69cm, sind durch ein lineares Cloisonné gekennzeichnet, das die Kompositionen in strenge, graphisch anmutende Gerüste zwängt. Daneben finden sich durch kräftige Komplementärkontraste bestimmte Arbeiten. Erst ab 2014 widmet sich C.M. Wittmann erneut dem Thema Landschaft. Ähnlich den figurativen Gemälden zeigen nun die zumeist fiktiven Landschaftsbilder Visionen, aber auch Ängste auf, die durch Stimmungen der Gegenwart wie in „Absturz“, 2016, Öl auf Leinwand, 60x60cm gekennzeichnet sind. Durch Verzicht auf ausgeprägte Farbigkeit, das Einbringen von kuriosen Versatzstücken in dennoch realistisch anmutende Landschaften, erschließen sich die Arbeiten dem Betrachter doppeldeutig in einer verstörenden, düsteren Ästhetik wie in „Black day“, 2016, Öl auf Leinwand, 60x60cm.

Abstraktes - 2016 erarbeitet C.M. Wittmann einen abstrakten Zyklus auf kleinformatigem Papier und Karton in Öl.

Zeichnungen - Die mit Kohlestift ausgeführten Zeichnungen von C.M. Wittmann sind wie ihre Gemälde realistisch gestaltet. Porträts von Frauen und Männern in Verkleidungen und Masken sowie ironisierende Zusammenstellungen von Objekten und Chiffren im Bild halten die Deutung der einzelnen Arbeiten in Schwebe.